Rezensionen

Die Schatten von Valoria: Spiel der Macht – Marie Rutkoski

368 Seiten | Verlag: Carlsen |HC: 19,99€ | ebook: 13,99€ |  Amazon

Als Tochter des ranghöchsten Generals von Valoria hat die siebzehnjährige Kestrel nur zwei Möglichkeiten: der Armee beizutreten oder jung zu heiraten. Aber Kestrel hat fürs Kämpfen wenig übrig; für sie ist die Musik das kostbarste Gut. Einem plötzlichen Impuls folgend ersteigert sie den Sklaven Arin, der sie auf unerklärliche Weise fasziniert. Schon bald muss sie sich eingestehen, dass sie mehr für ihn empfindet, als sie sollte. Doch er hat ein Geheimnis – und der Preis, den sie schließlich für ihn zahlt, wird ihr Herz sein …

Das Cover ist etwas dunkel gestaltet, nach meinem Geschmack, aber es passt ganz gut. Gut finde ich, dass etwas vom Inhalt auf dem Cover abgebildet ist. Was die Rosenblätter mit dem Buch zu tun haben, weiß ich nicht, aber es sieht schön aus. Nimmt man den Umschlag vom Buch ab, so sieht man ein Meer aus Rosen auf dem Buch abgebildet. Eine sehr schöne Idee!

Der Anfang ist interessant aufgebaut. Das erste, was man von der Hauptperson Kestrel erfährt, ist, dass sie gerne Glücksspiele spielt. Ich finde es einen guten Einstieg, da man so etwas von ihrem Charakter kennen lernt. Auch ihre Gedankengänge finde ich sehr interessant. Generell ist der Einstieg flüssig und man hat eine gute Möglichkeit sich zurecht zu finden. Ich hätte mir zwar etwas mehr gewünscht von der Stadt zu erfahren aber für den Anfang langt es. 
Nicht einmal gefühlt fünfzig Seiten lernt man auch schon direkt Arin kennen, den Schmied. Das aufeinander treffen von Arin und Kestrel fand ich sehr interessant. Etwas mehr Spannung hätte es zwar mehr vertragen können aber trotzdem konnte ich nicht das Buch aus den Händen legen 🙂 .

Der Schreibstil war interessant. Ich habe gerne die verschiedenen Eindrücke und Gedankengänge von Arin und Kestrel gelesen. Toll fand ich, dass man vor allem abwechselnd mal von beiden etwas lesen konnte! Arins Sicht fand ich dabei aber einen ticken besser zu lesen. Seine Art war einfach sympathischer und man versteht sein Handeln und Verhalten sehr gut.
Wo die Gedankengänge und inneren Monologe bei mir gut punkten konnte, so mussten die Unterhaltungen und die Interaktionen der Charaktere miteinander ein paar Punkte einbüßen. Es wirkte manchmal gezwungen und oft dachte man sich, dass es etwas unnötig ist, aber hineingebracht worden ist, damit man wenigstens ein paar Unterhaltungen mit eingebaut worden ist. Es bessert sich im laufe des Buches. 

Die Charakter Arin und Kestrel ergänzen sich sehr gut. Man bekommt durch die Sichtwechsel mal einen anderen Einblick in die Geschichte. Vor allem da Kestrel vom Imperium abstammt und Arin von der Insel, die dann versklavt worden ist. Die Autorin schafft es sehr gut zu verdeutlichen, wie schwer es Arin fällt ohne groß Worte zu benutzen. Man kann sich gut in seinen Charakter hineinlesen und man hat das Gefühl, sich mit einem bekannten zu unterhalten. Kestrel hingegen scheint wie jemand zu sein, die man aus zweiter Hand kennen lernt, statt direkt zu kennen (bzw. nur flüchtig kennt aber viel mitbekommt). Ihre Ansichten sind ein sehr guter Kontrast zu Arins. Beide sind mir sehr sympathisch und ich finde es gut, dass es nicht so Jugendbuchhaft ist, wie ich am Anfang dachte, dass es wird.

In der Mitte bzw. Richtung Ende bekommt auch Kestrels Vater eine besondere Rolle in der Geschichte und auch ihn finde ich sehr interessant. Er ist ein sehr dominanter Charakter und es wäre auch interessant gewesen, seine Sicht der Dinge zu lesen, weil er eben so viel erlebt hat. Der Handel zwischen Vater und Tochter ist eine nette Idee und gibt einen gewissen Pfiff in die Handlung mit ein. Leider wird dieser etwas vernachlässigt, wo man eigentlich sehr gut mehr Spannung so einbauen hätte können. Die Geschichte entwickelt sich gut. Generell ist es nicht allzu langatmig. Nur am Ende, ändert sich das etwas. Nachdem etwas großes passiert ist, dauert es Ewigkeiten, bis endlich mal etwas passiert, was dem entgegen wirkt. Als es dann endlich soweit war, ging alles viel zu schnell, sodass man einfach das Gefühl hat, dass man einfach schnell ein Ende schreiben musste. 

Die Idee, wie die Autorin auf die Geschichte gekommen ist, finde ich interessant! Man merkt nach dem Nachwort, wie es stimmt, dass das ganze Buch wirklich nur um den Begriff “Der Fluch des Gewinners” aufgebaut ist. Der Begriff wurde sehr oft erwähnt aber war manchmal auch etwas fehl am Platz. Nette Idee aber. 

Eine schöne Idee mit sehr interessanten Charakteren! Es hapert zwar etwas an der Umsetzung aber an sich liest sich das Buch sehr gut und ist eine andere Art von Jugendbuch und ein guter Start in diese Reihe. Ich bin schon gespannt, wie der zweite Band ist und wie die Geschichte fortgesetzt wird.

4 von 5 Sternen.